Torsten Kanzler: „Es gibt für mich nichts, was mich so berührt und mitreißt wie Techno“


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Im März diesen Jahres veröffentlichte Torsten Kanzler sein neues Album. Die deutsche Techno-Ikone sammelte für „Home“ zehn passende Tracks, die auf dem Label Bush Records – bei dem Carl Cox, Dave Clarke oder auch Joey Beltram zu Hause sind – erschien. Wir sprachen mit dem Produzenten über den Longplayer.

trndmsk: Wie kam es dazu, dass Du Dein aktuelles Album auf Bush Records veröffentlicht hast?

Torsten Kanzler: Mir war wichtig, dass das Album ein gutes zu Hause bekommt. Bush Records hatte ich schon länger im Auge, da Artists wie Carl Cox oder auch Dave Clarke auf dem Label releasen. Ich denke, es passt vom Sound her ebenfalls sehr gut und daher war es letzten Endes eine Entscheidung aus mehreren Gesichtspunkten heraus.

Und wofür steht der Titel „Home“?

Heimat ist für jeden etwas anderes und hat viele Gesichter. Es muss gar nicht zwingend ein Ort sein. Ich zum Beispiel habe meine Heimat im Techno. Es gibt für mich nichts, was mich so berührt und mitreißt. Genau diesen Ansatz habe ich mit dem Albumtitel verfolgt.

Du hast auf dem Album einen einzigen Tracks mit Vocals. Dafür hast Du mit der Sängerin Piper Davis zusammengearbeitet, die durch ihre Arbeit mit Stimming und Andhim bekannt ist. Wie war die Zusammenarbeit?

Sehr unkompliziert. Piper wollte ich sehr gerne auf dem Album haben, da ich ihre Stimme so einzigartig finde. Da sie in Kanada wohnt, waren wir nicht zusammen im Studio, sondern haben uns die Files hin und hergeschickt. Ihre Stimme hat dem Track, den es auch in einer instrumentalen Version gibt, eine ganz besondere Note verliehen. Ansonsten bin ich mir bei der Albumproduktion einfach treu geblieben und habe gemacht, worauf ich gerade Lust habe.

Und was kam bei Dir im Studio so zum Einsatz?

Während ich mich bei den Gigs auf Allen & Heath verlasse, habe ich im Studio am Album unter anderem mit dem Matrixbrute von Arturia, einem Moog und auch der MPC Live von Akai gearbeitet.

Du bist seit Veröffentlichung auf Albumtour und kommst praktisch nicht mehr zur Ruhe. Kommst Du da derzeit überhaupt ins Studio für neue Projekte?

Stimmt schon, der Tourkalender ist sehr voll, und ich freue mich an so vielen Ort und Clubs zu spielen. Darunter Lehmann in Stuttgart, Sisyphos in Berlin und Nordstern in Basel. Allerdings ziehe ich meine Arbeit im Studio unter der Woche meistens straight durch, bevor ich mich dann wieder auf das Wochenende vorbereite. Es stehen jetzt schon wieder neue Veröffentlichungen auf Neuhain und Koukou Records an sowie verschiedene Remixproduktionen. Das immer alles unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer einfach, aber das sind Luxusprobleme, über die ich mich nun wirklich nicht beschweren will. Momentan freue ich mich jeden Tag aufs Neue auf die kommenden Tourdates und das Feedback auf mein Album.

Tracklist:

01. Where is the Cat
02. Peanut
03. Midi Express
04. Head
05. Home
06. Coconut
07. Feet
08. Room
09. Drive
10. Iron feat. Piper Davis