Die Aura und Atmosphäre eines Tracks – Peter Czak veröffentlicht mit „Before The Rise“ sein erstes Vinyl-Release


peterczak

Das Label forTunea darf sich auf seine sechste Katalognummer freuen. Der Österreicher Peter Czak fertigte dafür die EP „Before The Rise“ an, die zeitgleich sein erstes Vinyl-Release sein wird. Das Original-Werk ist ein deepes und geheimnisvolles Stück mit einem stampfenden und gebrochenen Beat geworden, der von unheimlich klingenden Synthlines begleitet wird. Die beiden Remixe zum Track sind von Grund auf verschieden geworden. Peletronic‘ Version ist ein dunklerer Dub, der in Techno-Clubs ebenso wie bei deepen Hauspartys gespielt werden kann. Das Gegenteil davon ist Klaus Benedeks „Rising Sun“-Remix. Er hat die Strecke komplett umgeordnet, sodass eine neue Komposition herauskam. Die Nummer „My Beat“ schließt die EP mit einem schweren Drum-Machine-Rhythmus und Synth-Fanfaren ab. Erhältlich ist die Zusammenstellung auf Vinyl seit dem 14. Juli 2017. Das digitale Release – verfügbar auf Beatport, Juno, Traxource und Bandcamp – wird am 31. Juli 2017 rauskommen.

trndmsk: Woher kam die Idee für die EP? Wo hast Du Dir die Inspiration geholt?

Peter Czak: Die Idee kam so, wie ich immer arbeite: Ich suche mir Inspiration, die ich auch in der wesentlichen Arbeit als DJ beim Tracksuchen finde. Dann höre ich mir die Tracks, die ich zum Auflegen ausgesucht habe, immer wieder an – und daraus ergibt sich dann eine Essenz oder momentane Lieblings-Tunes, die ich mir persönlich sehr bewußt beim Spazierengehen oder zu Hause ohne Ablenkung ganz genau anhöre. Teiweise analysiere ich sogar die Stücke aufwendig, was das Arrangement, dem Zusammenspiel der Elemente bzw. auch die Aura und Atmosphäre des Tunes betrifft. Vor allem bei dem ersten Track der EP „Before the Rise“ habe ich mich so inspiriert. Ich achte sehr darauf, dass die Musik möglichst fresh, aktuell und vor allem anders ist. Also ein bewußtes Bekenntnis zum Underground und um Dinge anders zu machen – „Think different!“ ist da mein Motto.

Wie und wo ist sie entstanden?

Die Tracks sind in meinem Studio im sechsten Wiener Gemeindebezirk entstanden. Mittlerweile habe ich einen sehr guten Raum, der akkustisch ausgemessen und teileweise isoliert und absorbiert wurde. Ich habe in den letzten Jahren auch soundtechnisch sehr viel gelernt, und ich kann mittlerweile in meinem Raum Mastering-reif abmischen und abhören. Nicht nur, weil der Raum sehr gut abgestimmt wurde von meinem Tontechniker Freund Georg Palilis, sondern auch weil ich den Raum kenne, und ich meine Tracks zum Kontrollieren auf sehr vielen Boxen und sogar auch auf In-Ear Kopfhörern überprüfe. Und da habe ich ein so gutes Gespür entwickelt, so dass auch Patrick Pulsinger, der das Vinyl-Mastering für uns gemacht hat, „My Beat“ von mir gar nicht mehr anfasste, weil er sich sicher war, das der Track, so wie ich ihn abgemischt habe, schon perfekt bearbeitet und gemastert ist. Das hat mich natürlich sehr geehrt und gefreut. Aber das meiste ist natürlich Erfahrung, die ich, seitdem ich 15 Jahre alt bin, aufgebaut habe. Immerhin produziere ich schon seit ungefähr 20 Jahren. Künstlerisch und inhaltlich gehe ich bei allen Tracks immer gleich vor. Ich lasse mich inspirieren von einer Stimmung oder von mehreren Tracks und fange an, einen Beat auf meiner Roland TR-8 zu programieren, dann spiele ich gerne mit einem E-Bass Basslines ein, und dann kommen meistens noch mehrere Schichten von meinem analogen Prophet 08 Synth inklusive Melody und Effekte hinzu. Abmischen und Effekte kommen dann von sehr hochwertigen und teuren Hi-End PlugIns von SSL & Soundtoys in Ableton.

fortunea06_entwurf_high_1_300

Wie wurden die beiden Remixer ausgesucht? Und wie wirken die Versionen auf Dich?

Die beiden Remixer hat Klaus (Klaus Benedek, Head of forTunea Records) ausgesucht. Er ist selber einer der Remixer. Ich kenne Klaus schon seit längerem und hatte sehr großes Vertrauen in ihn, da er nicht nur einen ausgezeichneten Geschmack hat, sondern auch sehr gut produziert und auch ein sehr guter DJ ist. Ich konnte ihm da blind vertrauen, dass er einen richtigen Remixer, in dem Fall Peletronic, aussucht. Finde den ersten Remix von ihm wahnsinnig gut und stimmig. Ich finde es schön, wie er meine Hall-Fahnen sehr kreativ einsetzte, dabei aber das Haupttema der Prophet Bläser/ Streicher Akkorde unberührt gelassen hat. Echt geil deep der Track! Der zweite Remix von Klaus auf der B-Seite ist nicht so hart wie der von Peletronic sondern molliger und weicher, verträumter und auch sehr trancig. Ich liebe es, wenn man im Club die Musik nicht hart in die Fresse kriegt, sondern schön sich auch Wegträumen lassen kann beim Tanzen, getragen durch einem fetten Beat und der Bassline.

Wie kam der Kontakt zum Label zustande?

Klaus kenne ich schon seit ca. vier bis fünf Jahren. Wir waren uns gleich sympathisch, und ich habe über ihn für diverse Veranstaltungen in Wien aufgelegt, u. a. der Eventreihe Tellerbetrieb im Werk. In erster Linie kam der Kontakt sehr natürlich zustande: über persönliches Kennenlernen und Sympathie, was meiner Meinung nach auch das wichtigste ist bei allem, was man macht. Später waren wir dann öfters in meinem Studio und haben eine ganze Reihe sehr cooler Tracks zusammen co-produziert, die ich jetzt gerade noch mal überarbeite. Wir wollen sie höchst wahrscheinlich dann im Winter 2017 oder Frühjahr 2018 releasen. Klaus ist sicher einer der nettesten Leute, die ich bisher in der Wiener Szene kennengelernt habe.

Was steht nach der Veröffentlichung bei Dir an? Arbeitest Du bereits an weiteren Projekten?

Wie gesagt, möchten Klaus und ich einige weitere Tracks releasen, die auch im House-Bereich angesiedelt sind. Kurz nach dem „Before The Rise“-Release gibt es eine Labelnight im Fluc Cafe am Praterstern am Freitag den 28. Juli 2017. Ich werde da ziemlich sicher eine längeres Downtempo-Set spielen. Ich finde den neuen Hype um das Downtempo-Ding großartig, weil das lange verpönt war, und ich aber aus der 1990er Jahren und der HipHop/Downtempo-Zeit komme und meine eigentlichen Roots sind. Ich möchte in Zukunft mehr DJ-Sets in die Richtung spielen und auch richtig langsame Tracks so um die 95 BPM produzieren, die vielleicht auch gebreakt sein werden zum Teil. Im September 2017 erscheint noch eine weitere EP von mir auf dem Berliner Label Emerald & Doreen Records.

Tracklist:

01. Peter Czak – Before The Rise
02. Peter Czak – Before The Rise (Peletronic’s Dubbed Out Mix)
03. Peter Czak – Before The Rise (Klaus Benedek’s Rising Sun Remix)
04. Peter Czak – My Beat