Die Stadt Nürnberg will allen ernstes Techno auf Afterhours verbieten


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Das Nürnberger Ordnungsamt will weniger Techno auf Afterhours / Foto: „Âme 2 Âme – 17.02.17“ von villunderlondon (CC BY 2.0 / Creative Commons)

In Nürnberg ging die Stadt in den vergangenen Monaten mit Razzien und ungewöhnlichen Ideen gegen Afterhours vor. Ein Club musste bereits schließen. Das Ordnungsamt forderte vor Wochen: weniger bis kein Techno und helleres Licht auf den Afterhour-Partys! Speziell werde dem Techno-Club Waschsalon vorgeworfen, ein Hot Spot für Drogenmissbrauch zu sein. Am Samstagmorgen sei es laut FAZE Magazin zu einer weiteren Razzia gekommen, was den Club überrascht haben soll.

Großrazzia am Samstagmorgen

Die Polizisten hätten akribisch den Club samt Außenbereich und 205 Besuchern kontrolliert. Ein Polizeisprecher habe FAZE bestätigt, dass Marihuana, Haschisch, Ecstasy, Amphetamine und Crystal Meth gefunden wurden. „Unter den durchsuchten Personen befand sich vermutlich ein Dealer. Seine Wohnung wurde auf Erlass der Staatsanwaltschaft ebenfalls durchsucht. Zwei weitere Personen wurden in Gewahrsam genommen, gegen sie standen Haftbefehle offen.“ Dem Leiter des Nürnberger Ordnungsamt, R. Pollack, sei der Zusammenhang zwischen einem Techno-Club und Drogenmissbrauch schon seit August 2016 aufgefallen. „Des Öfteren musste der Club sich Kontrollen unterziehen, dabei kam den Beamten der Verdacht, dass hier Drogenkonsum und Drogenhandel stattfindet. Deshalb die Großrazzia am Samstagmorgen“, so das FAZE Magazin.

Das gleiche Musikkonzept: Techno

Der Betreiber des Nürnberger Clubs, Martin Weinmann, fände es ungeheuerlich, dass er, sein Personal und sämtliche Club-Gänger generalverdächtigt werden. „In den anderen Nürnberger Discotheken finden schließlich auch keine Razzien wegen Drogen statt.“ Der Leiter des Ordnungsamt habe argumentiert, dass es sehr auffällig wäre, dass die Afterhours vermehrt mit Drogendelikten zu tun hätten. Derzeit seien es zwei oder drei Clubs, die solche Afterhour-Partys anbieten würden und alle hätten das gleiche Musikkonzept: Techno. Schon seit Monaten gehe das Ordnungsamt gegen den Waschsalon vor. Etliche Sanktionen habe man dem Clubbetreiber auferlegt. „Unter anderem sollte für den Club die Sperrstunde verlängert werden. Strengere Türpolitik und regelmäßige Kontrollen auf den Toiletten gehörten dazu.“

Clubbetreiber schaltet Anwalt ein

Jetzt wolle das Ordnungsamt noch einen Schritt weiter gehen und dem Clubbetreiber anordnen, dass auf den Afterhour-Partys kein Techno mehr gespielt werden solle und dass er die Club-Räumlichkeiten heller ausleuchten sollen. „Die Afterhours sollen generell einen ruhigeren Charakter bekommen, so das Ordnungsamt der Stadt Nürnberg.“ Clubbetreiber Weinmann gehe das zu weit. Er habe ab sofort seinen Anwalt eingeschaltet, so das FAZE Magazin.

Der Club Waschsalon veranstaltet seit einem halben Jahr jeden Samstag und Sonntag ab 06:00 Uhr Afterhour-Party. Nach der vorgeschriebenen Sperrstunde, die in Nürnberg gilt, öffnet der Club nochmals einige Stunden.