Droht SoundCloud wegen Universal und Sony Music das Ende?


Das Unternehmen vom schwedischen Gründer Alexander Ljung droht der Gang vors Gericht. Die Major-Plattenfirmen Universal und Sony Music planen gegen SoundCloud offenbar eine Klage wegen Urheberrechtsverletzungen. Ein Aus für den Online-Musikdienst steht damit im Raum.

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Universal und Sony drohen mit Urheberrechtsklagen

Wie das kalifornische Buisnessblog Digital Music News berichtet, droht SoundCloud das Aus. Da das Unternehmen in Hand von Investoren sei, anders als YouTube, bei dem Google Besitzer ist, würde dies Begehrlichkeiten von Seiten der Major-Labels wecken, schreibt Itsallaboutthemusic. Mit Universal und Sony Music würden zwei der drei Major-Labels mit empfindlichen Urheberrechtsklagen drohen, sollte sich SoundCloud nicht zu einem gänzlich kostenpflichten Dienst umbauen lassen – und dabei die Urheberrechtsinhaber gebührend beteiligen.

Ljung will keinen kostenpflichtigen Dienst einführen

Gründer Ljung gibt sich bisher gelassen und will keinen kostenpflichtigen Dienst einführen. „Drei Milliarden Menschen sind online, es werden nie alle kostenpflichtige Abos buchen, das wird nicht passieren“, sagte Ljung kürzlich auf der Messe Midem. „Die einen haben nichts gegen Werbung, die anderen zahlen lieber.“ Der CEO befürworte ein Freemium-Modell nach dem Vorbild von Spotify und wolle weiterhin kostenlose Accounts anbieten.

Anders als mit Universal und Sony Music hat SoundCloud mit Warner Music einen der drei Major-Partner bereits gebunden. Dennoch sei dies nur ein Einzelfall. Warner Music hatte als Gegenleistung für die Vereinbarung einen Anteil von 5 % am Unternehmen erhalten. Anfang des Jahres verkündete SoundCloud, dass Gespräche mit Sony Music abgebrochen und für gescheitert erklärt wurden. Daraufhin hatte die Plattenfirma kürzlich Musik seiner Künstler von SoundCloud entfernt, teilweise ohne sie zu fragen. Für die Major-Labels sind insbesondere DJ-Sets, Edits und Bearbeitungen von Original-Tracks, die meist als kostenlose Downloads angeboten werden, ein Dorn im Auge. Aufgrund dessen könnten Universal und Sony Music nun die Klage anstreben, so das Blog Digital Music News.

Die möglichen Folgen der Klage

Die möglichen Folgen der Klage wären laut Itsallaboutthemusic, dass SoundCloud ein geschlossenes System werden könnte, für das die Abonnenten bezahlen müssten. Weiterhin könnte laut Itsallaboutthemusic in Zukunft noch mehr Werbung auf dem Online-Musikdienst geschaltet werden, oder SoundCloud werde ein noch rigoroseres Takedown-System einführen. Der schlimmste Fall, der eintreten könnte, wäre, dass SoundCloud wohlmöglich Pleite gehe – und das würde wohl das Aus für das schwedische Unternehmen bedeuten. Es wäre also ein fatales Signal, wenn die Musikindustrie – hier Universal und Sony Music – aus reiner Gier eine der wichtigsten Plattformen für Musiker und Labels zerstören würde.